Behandlung von Kindern und Jugendlichen
Naturgemäß bilden Kinder und Jugendliche ab ca. 12 Jahren die größte Behandlungsgruppe.
Wir unterscheiden bei der Behandlung 3 Altersgruppen:
1. Frühbehandlung im Milchgebiss (Alter ca. 3-6 Jahre)
2. Frühbehandlung im Wechselgebiss (Alter ca. 6-9 Jahre)
3. Kieferorthopädische Behandlung im bleibenden Gebiss
Frühbehandlung im Milchgebiss (Alter ca. 3-6 Jahre)

frontaler Kreuzbiss im Milchgebiss

seitlicher Kreuzbiss mit Mittellinienverschiebung im Milchgebiss
Die Frühbehandlung im Milchgebiss ist nur in wenigen Fällen nötig.
- Ist der Oberkiefer im Verhältnis zum Unterkiefer zu schmal, spricht man von einem Kreuzbiss.
Frontale und seitliche Kreuzbisse sollten schon im Milchgebiss behandelt werden, da es sonst zu ungünstigen Wachstumshemmungen des Oberkiefers oder Mittellinienverschiebungen kommen kann.
Frühbehandlung im Wechselgebiss (Alter ca. 6-9 Jahre)
Im frühen Wechselgebiss (nur die bleibenden Frontzähne und die ersten großen Backenzähne sind vorhanden, der Rest sind noch Milchzähne) gibt es deutlich mehr Indikationen für eine Frühbehandlung. In diesem Alter kann man das Wachstum sehr gut steuern und die Mitarbeit der Kinder ist in der Regel sehr gut. Mit Hilfe der Funktionskieferorthopädie erreichen wir bei Kindern und Jugendlichen eine Harmonisierung des Gesichts- und Weichteilwachstums sowie eine erhöhte Stabilität des Bisses durch optimale Einstellung der Verzahnung. Somit kann in kurzer Zeit (1 ½- 2 Jahre) die Relation der Kiefer zueinander harmonisiert werden. Das Hauptaugenmerk in dieser Entwicklungsphase liegt vor allem in der Wachstumsförderung. Zahnfehlstellungen werden in der Regel erst im bleibenden Gebiss korrigiert.
Behandlungsindikationen sind:
- Wachstumsförderung des Unterkiefers bei extrem großer Frontzahnstufe („Distalbiss“)

große Frontzahnstufe

große Frontzahnstufe
- Umgekehrte Frontzahnstufe („Mesialbiss“) durch übermäßiges Wachstum des Unterkiefers oder zu geringes Wachstum des Oberkiefers

umgekehrte Frontzahnstufe

umgekehrte Frontzahnstufe
- Frontal oder seitlich offene Bisse, z.B. durch eine Fehlfunktion der Zunge oder durch ein falsches Schluckmuster verursacht

frontal offener Biss durch Fehlfunktion der Zunge

frontal offener Biss
- Extremer Platzmangel im Ober- und/oder Unterkiefer, um Extraktionen im bleibenden Gebiss zu vermeiden

extremer Platzmangel im OK

extremer Platzmangel im Unterkiefer
Durch rechtzeitiges Entwickeln der Kiefer können Engstände vermieden und dadurch bedingte Zahnextraktionen verhindert werden.
- Kreuzbisse, falls sie im Milchgebiss noch nicht korrigiert wurden

seitlicher Kreuzbiss im Wechselgebiss

seitlicher Kreuzbiss im Wechselgebiss
Kieferorthopädische Behandlung im bleibenden Gebiss
Verläuft das Kieferwachstum gleichmäßig, sind die Kieferbreiten harmonisch zueinander und liegt nur ein moderater Engstand vor, ist eine Korrektur der Zahnfehlstellungen im bleibenden Gebiss (mit ca. 12 Jahren) ausreichend.
Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Patient mit einer Multibracketapparatur im Ober- und Unterkiefer. Im Oberkiefer kleben wir die Brackets in der Regel auf die Außenzahnflächen, im Unterkiefer von innen auf die Zähne (Königsteiner Hybridtechnik).
Wir arbeiten eng zusammen mit anderen Spezialisten (z.B. HNO-Ärzten, Logopäden) und können so ganzheitlich auf Problemstellungen reagieren wie z.B. Verbesserung der Sprachentwicklung (”Lispeln”) durch Kooperation mit Logopäden, Verbesserung der Nasenatmung durch Weiten des Oberkiefers etc.
Bei allen notwendigen Maßnahmen steht bei uns jedoch insbesondere bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen eines im Vordergrund: Die Behandlung darf das Leben des Patienten nicht zu stark bestimmen – wir achten stets darauf, dass die Behandlungsmaßnahmen alltagskompatibel sind.
