- Festsitzende Geräte
- Herausnehmbare Geräte
- Festsitzende Behandlung mit Brackets, Bändern und Bögen
- Die Behandlung mit unsichtbaren Schienen
- Die Haltephase
Gaumen-Naht-Erweiterung (GNE)

GNE auf einem Modell

Seitenansicht im Mund eines Patienten
GNE steht für „Gaumen- Naht- Erweiterung“.
Das klingt zunächst sicherlich etwas komisch. Hintergrund ist, dass der Gaumen bei Kindern und Jungendlichen noch aus zwei Teilen besteht, die nur relativ locker miteinander verbunden sind und erst im Laufe des Wachstums verknöchern.
Das GNE-Gerät wird bei einem zu kleinen Oberkiefer eingesetzt und sorgt durch auseinander drücken der beiden Kieferhälften dafür, dass der Oberkiefer breiter wird. Der Spalt zwischen den beiden Kieferhälften wird dadurch natürlich breiter. Optisch sichtbar wird dies durch das Auseinanderwandern der beiden mittleren Schneidezähne. Der dadurch gewonnene Platz verhindert, dass Zähne gezogen werden müssen.
Aber nicht nur der Oberkiefer wird breiter, sondern auch die zum Oberkieferkomplex gehörenden Nasennebenhöhlen, was zu einer Verbesserung der Nasenatmung führen kann.

Die GNE direkt nach dem Einsetzen...

...und nach 14-maligem Schrauben
Um den Behandlungserfolg zu gewährleisten, muss die GNE 1x pro Tag weiter geschraubt werden. Die dafür vorgesehenen Schrauben müssen mit einem Spezialschlüssel in Pfeilrichtung bewegt werden. Um die schnelle Verbreiterung des Oberkiefers auch langfristig stabilisieren zu können, bleibt die GNE nach dem letzten Schrauben noch für ca. 3 Monate im Mund.
Auch bei Erwachsenen ist eine Gaumennahterweiterung noch möglich. Da bei ihnen die Gaumennaht allerdings schon verknöchert ist, muss sie vorher chirurgisch geschwächt werden.
Weil die GNE auf den Zähnen klebt, ist das Kauen zunächst etwas schwieriger, daran gewöhnt man sich jedoch schnell.
Nach jedem Essen müssen die Zähne und die GNE sehr gründlich geputzt werden. Im Gaumen müssen die Metallteile und Schrauben gründlich von Speiseresten gesäubert werden.
Löst sich eine Seite der GNE von den Zähnen melden Sie sich bitte umgehend bei uns. Wir werden dann schnellstmöglich einen Termin finden, um die GNE wieder einzusetzen.
Die Quadhelix

Die Quadhelix
Die sog. Quadhelix ist ein weiteres Gerät, das verwendet wird, wenn der Oberkiefer zu eng ist und geweitet werden muss. Ihr Name kommt von den vier Schlaufen, die am Oberkiefer entlanglaufen. Sie ist über 2 Metallringe (”Bänder”) an den ersten dicken Mahlzähnen (6. Zahn) mit dem Oberkiefer verklebt. Der Spezialkleber gibt Fluorid ab, dadurch werden die Zähne geschützt.
Am Anfang ist es für die Zunge ungewohnt, den Platz mit der Zahnspange zu teilen. Dennoch sollte vermieden werden, mit der Zunge zu viel an der Quadhelix zu spielen. Das Zähneputzen erscheint zunächst schwieriger als zuvor, es ist jedoch besonders wichtig, da festsitzende Geräte intensive Pflege benötigen, um ein Festsetzen von Speiseresten zu verhindern.
Sollte etwas an der Quadhelix stören oder sollte sich eines der Bänder gelöst haben, zögern Sie bitte nicht, uns umgehend zu kontaktieren.
Normalerweise ist die Quadhelix nämlich ein tolles Gerät, das für andere unsichtbar still arbeitet, ohne den Patienten zu belasten.
Der Transversaldeveloper/ Sagittaldeveloper

Der Transversaldeveloper
Der Transversaldeveloper ist eine festsitzende Dehnzahnspange für den Unterkiefer. Ähnlich wie die Dehnplatte erweitert der Transversaldeveloper den unteren Zahnbogen durch Aufrichten (Dehnen) der Zähne. So kann das Wachstum so gefördert werden, dass spätere Extraktionen von Zähnen vermieden werden können.
Der Transversal-/Sagittaldeveloper wird über zwei Metallringe („Bänder“) an den ersten großen Backzähnen im Unterkiefer festgeklebt und kann somit unabhängig von der Patientenmitarbeit 24 Stunden am Tag wirken. Der Spezialkleber gibt Fluorid ab, dadurch werden die Zähne geschützt.
Sollte etwas am Transversaldeveloper stören oder sollte sich eines der Bänder gelöst haben, zögern Sie bitte nicht, uns umgehend zu kontaktieren.
Der Transpalatinal-/ Lingualbogen

Der Transpalatinalbogen

Der Lingualbogen
Der Transpalatinal-/ Lingualbogen wird zur Stabilisierung nach einer vorausgegangenen Dehnung des Kiefers bzw. als “Platzhalter” in der Phase des Zahnwechsels in der sog. “Stützzone” (Bereich der Milchzähne 5, 4 und 3) eingesetzt. Der Bogen hält genug Platz für die durchbrechenden Zähne. Der Transpalatinal-/ Lingualbogen ist eine festsitzende Haltespange, die an den ersten großen Backenzähnen fest fixiert ist.
Das Lippenschild

Das Lippenschild
Das Lippenschild benutzen wir bei Engstand der unteren Zahnreihe oder als Haltegerät nach der Platzbeschaffung im Unterkiefer.
Es ist teilweise herausnehmbar und ist mit zwei am 6. Zahn befestigten Bändern verbunden. Das Lippenschild sitzt zwischen Zähnen und Lippen und sorgt für ein verändertes Muskelgleichgewicht von Zunge und Lippen, indem es die Lippen von den Zähnen abhält. So kann durch den Zungendruck bei guter Mitarbeit des Patienten der Engstand der unteren Zähne, ohne, dass ein weiteres kieferorthopädisches Eingreifen notwendig ist, beseitigt werden.

Mit Lippenschild

Ohne Lippenschild
Wird das Lippenschild regelmäßig getragen, gewöhnen sich die Lippen innerhalb kürzester Zeit daran. Von außen ist es quasi “unsichtbar.”
Der Carrière Distalizer

Der Carrière Distalizer
Der Carrière Distalizer wurde von Dr. Luis Carrière entwickelt. Er ist eine sehr zierliche Apparatur für den Seitenzahnbereich, die keine weiteren Brackets benötigt. Dadurch entstehen keine ästhetischen Einschränkungen und auch die Zahnreinigung ist sehr gut möglich. Er besteht aus einem Stab, an dessen einem Ende sich eine Haken für Gummizüge befindet und am anderen Ende ein dreidimensionalen Gelenk. Über dieses Gelenk kann der erste große Backenzahn nach hinten bewegt werden und schafft damit Platz im Zahnbogen. So ist es möglich, ohne Extraktion von Zähnen und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Profil zu behandeln.
Der Distalizer wird mit Hilfe modernster MIM Technologie aus einer gegossenen („mold-injected“) nickelfreien Stahllegierung hergestellt. Der Carrière-Distalizer ist ein passives Gerät, das nur durch den Einsatz von Gummizügen, die die Patienten selbständig wechseln, aktiv wird.
Da wir den Carrière Distalizer meist zu Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung verwenden, ist die Patientenmotivation sehr hoch und ein Behandlungserfolg ist schon nach drei bis sechs Monaten sichtbar. Diese kurze Behandlungszeit konnten wir in eigenen Untersuchungen nachweisen (Banach et al., Kierferorthopädie 2006; 20(2):105-110 und Wegener et al. 2009 – noch im Druck -).
Durch die gleichzeitige Bewegung der vier Seitenzähne (en bloc) verkürzt sich die Behandlungszeit im Vergleich zu alternativen Behandlungsmethoden (Außenzahnspange und andere Distalisierungsapparaturen) um die Hälfte. Zahnkippungen oder andere unerwünschte Nebenwirkungen treten nicht auf.

Vor der kieferorthopädischenBehandlung

Direkt nach Einsetzen des Carrière Distalizers

Der Erfolg der Behandlung lässt sich an der Lückenbildung erkennen. Die Lücken können im Anschluss zur korrekten Einstellung der Eckzähne genutzt werden. Hier ist eine leichte Überkorrektur der Verzahnung durch die fleißige Mitarbeit der Patientin entstanden.

Nachdem ausreichend Platz geschaffen war, konnten die Zahnbögen korrekt ausgeformt werden, und ein ästhetisch ansprechendes Lächeln ist entstanden.
Der Beneslider
Der Beneslider ist eine gute „non-compliance“-Alternative zum Carrière Distalizer.
Dafür werden 2 Miniimplantate (siehe auch „Verankerungspins“) zur Verankerung in den Gaumen inseriert. Der Eingriff erfolgt in unserer Praxis unter örtlicher Betäubung. Aufgrund der besonderen Eignung des Gaumens zur Aufnahme dieser kleinen Titanschrauben, empfinden unsere Patienten meistens nur ein leichtes Druckgefühl, das schon nach wenigen Tagen verschwunden ist.
Der Gaumen mit den Implantaten wird abgeformt und davon ein Gipsmodell gegossen. Auf diesem Modell stellt unsere Zahntechnikerin den Beneslider individuell in unserem Labor her. In einem zweiten Termin kann der Beneslider fest eingeklebt werden.
Für den besseren Komfort und eine günstigere Mundhygiene haben wir in unserer Praxis das Gleitröhrchen entwickelt, das den Zahn nicht mehr mit einem Metallring umschließt, sondern innen eingeklebt wird und ihn damit festhält. Die Apparatur ist dadurch komplett unsichtbar und das Sprechen sowie alle anderen Funktionen des Mundraumes sind durch ihn nicht eingeschränkt.
Da der Beneslider 24 Stunden am Tag wirkt, können die Zähne über die eingebauten Schrauben kontinuierlich nach hinten bewegt werden. Die
Bewegungszeit beträgt acht bis zehn Monaten für ca. 4 bis 5 mm. Dadurch entsteht im vorderen Zahnbogenbereich Platz für z.B. ausgeblockt stehende Eckzähne.
Schon nach kurzer Zeit kann man anhand der Lückenbildung den Behandlungserfolg erkennen.
Sind die Zähne ausreichend weit distalisiert (nach hinten geschoben) worden, kann die gesamte Apparatur entnommen werden. Auch die Miniimplantate können wieder entfernt werden.
Die Apparatur kann auch einseitig aktiviert oder mit Brackets kombiniert werden.

Besonders gut funktioniert der Beneslider auch, wenn die Zähne nach vorn geschoben werden müssen (z.B. wenn Frontzähne oder ein Backenzahn fehlen oder bei der Progenie – dem sogenannten „Unterbiss“-).
Die Herbst Apparatur

Herbst-Apparatur
Die Herbst-Apparatur wurde 1909 von dem deutschen Kieferorthopäden Emil Herbst erstmals vorgestellt. Nachdem sie für viele Jahre mehr oder weniger in Vergessenheit geraten war, wurde sie durch die Arbeiten von Prof. Dr. Pancherz in den 70er Jahren wiederentdeckt und ist vor allem bei der Behandlung von schwierigen Distalbissen aus der modernen Kieferorthopädie nicht mehr wegzudenken. Seit 1979 konnte in vielen nationalen und internationalen Studien gezeigt werden, dass mit der Herbst-Apparatur eine Stimulierung des Unterkieferwachstums möglich ist.
Die Herbst-Apparatur wird im Ober- und Unterkiefer eingeklebt. Beide Teile werden durch ein Teleskopscharnier miteinander verbunden, das den Unterkiefer nach vorne in die gewünschte Position führt. Nach der muskulären Umstellung erfolgt dann die gewünschte Wachstumsveränderung, so dass der Unterkiefer in seiner Zielposition stabilisiert werden kann.
Da die Herbst-Apparatur auf die hinteren Zähne geklebt wird, ist sie von außen quasi unsichtbar. Alle Bewegungen sowie Kauen, Sprechen, Beißen sind problemlos durchführbar. Der Kleber gibt Fluorid ab und stärkt gleichzeitig den Zahn.


Durch die ungewohnte Haltung des Unterkiefers ist das Zubeißen und das Schließen des Mundes in den ersten Tagen nach dem Einsetzen der Herbst-Apparatur anstrengender als bisher, da sich die Muskeln erst an die neue Bisssituation gewöhnen müssen. Es kann zu Muskelkater und Verspannungen kommen.
Durch das von uns verwendete Dreifachteleskop sind Schleimhautprobleme so gut wie ausgeschlossen. Die Schrauben der Herbst-Apparatur können in den ersten Tagen den Lippen Probleme bereiten. Für diesen Fall bekommt der Patient Wachsstangen von uns mit, aus denen “Kügelchen” geformt und auf die störenden Teile gedrückt werden können. Des Weiteren können nachts Watterollen zum Schutz gegen Druckstellen zwischen die Apparatur und Wange gelegt werden.
Sollte über die Eingewöhnungsphase hinaus etwas an der Herbst-Apparatur stören, stehen wir gerne zur Verfügung.
Der Vorteil der Herbst-Apparatur ist, dass sie unabhängig von der Patientenmitarbeit 24 Stunden am Tag wirkt und somit eine kurze Behandlungszeit von nur sechs bis neun Monaten nötig ist.
Die Herbst-Apparatur kann sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei erwachsen Patienten wirkungsvoll eingesetzt werden.
Auch bei Patienten mit Kiefergelenksbeschwerden kann die Herbst-Apparatur zur Besserung bzw. zum Verschwinden der Beschwerden führen (Ruf und Pancherz, 2000).

Das Seitenprofil ohne und...

...mit eingebauter Herbst-Apparatur.
Der Functional Mandibular Advancer (FMA)
Functional Mandibular Advancer (FMA)
Vom Wirkungsprinzip ist der Functional Mandibular Advancer (kurz FMA) mit der Herbst-Apparatur (siehe oben) identisch. Mit beiden Geräten wird, da sie an den Zähnen festgeklebt sind, eine größtmögliche Wachstumsförderung des Unterkiefers in kurzer Zeit erreicht.
Der FMA besteht aus zwei Teilen, welche im Ober- und Unterkiefer mit einem Spezialkleber befestigt werden. Der Kleber gibt Fluorid ab und stärkt gleichzeitig den Zahn. Am Unterkiefer-Teil ist eine schiefe Ebene angebracht und am Oberkiefer-Teil ein Führungselement. Durch das Zusammenwirken beider Elemente wird der Unterkiefer nach vorne in die gewünschte Position geführt.
Der Vorteil des FMA ist die Reduktion der Befestigungselemente auf wenige Ankerzähne. Dadurch wird er auch höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht, denn die Apparatur liegt komplett im nicht sichtbaren Bereich.
Direkt nach dem Einsetzen muss sich die Muskulatur an die neue Unterkieferposition gewöhnen. Es kann kurzzeitig zu Muskelkater und Verspannungen kommen. Nach einigen Tagen hat sich der Patient an die neue Bisssituation gewöhnt.
Bis der Unterkiefer stabil in seiner Zielposition verbleibt und die FMA entfernt werden kann, dauert es sechs bis neuen Monate.
Das festsitzende Zungengitter

Zungengitter

Zungengitter
Bei einigen Kindern kann man im Wechselgebiss beobachten, dass sich das kindliche Schluckmuster, bei dem sich die Zunge zwischen die Frontzähne presst, während der normalen Entwicklung nicht in das erwachsene Schluckmuster umgestellt hat, bei dem die Zunge während des Schluckvorganges hinter den Frontzähnen am Gaumen anliegt. Bei Fortbestehen des kindlichen Schluckmusters nach dem vierten Lebensjahr kann es aufgrund der falschen Zungenlage zu Zahn- und Kieferfehlstellungen und Entwicklungsstörungen kommen. So kann sich im Laufe des Wachstums ein offener Biss entwickeln.
Als Therapie des offenen Bisses und zur Umstellung des Schluckmusters setzen wir ein festsitzendes Zungengitter ein. Es wird an den beiden ersten großen Backenzähnen befestigt. So kann gewährleistet werden, dass das Zungengitter 24 Stunden am Tag wirkt, auch während der Phasen des unbewussten Schluckens.
Das festsitzende Zungengitter wird sehr gut akzeptiert, wenn die Kinder verstehen, dass die Apparatur als Hilfe und nicht als Strafe dienen soll (Proffit, 1993). Deshalb müssen Sie als Eltern hinter dieser Maßnahme stehen.
Befindet sich Ihr Kind gleichzeitig in logopädischer Behandlung, können wir mit der behandelnden Logopädin absprechen, ob eine Unterbrechung der Logopädie oder ein paralleles logopädisches Training sinnvoll ist.

frontal offener Biss – vor der Therapie mit dem Zungengitter

während der Therapie (die Patientin trägt noch das Zungengitter) - der Biss schließt sich
